Sie umarmten sich, und Mishujew küßte seine festen guten Lippen mit einem so rührenden Vergnügen, wie er es niemals gegenüber Frauen empfunden hatte.
„Nun, du bleibst immer derselbe!“ sagte er, Nikolajew verliebt ansehend.
Als sie in den Saal traten, fragte Mishujew leise:
„Bei dir ist viel Volk? ... Ich wollte mich ausplaudern, ohne daß uns jemand stört ...“
„Spuck darauf!“ antwortete Nikolajew mit einer breiten Handbewegung: „Kümmere dich nicht darum! Davon stürmt mir jetzt eine Teufelsmenge täglich das Haus! Ich habe mich schon daran gewöhnt ... Kann nichts dagegen tun, Bruder, bin eine Berühmtheit geworden!“
„Nun, sei’s Gott gedankt!“ sagte Mishujew voller Freude und schaute von der Höhe seiner massigen Gestalt, neben der der breitschultrige Nikolajew elegant aussah, zärtlich auf ihn herab.
Mishujew trat in den Saal, bis aufs Tiefste durch die Nähe dieses guten, lustigen händefuchtelnden Menschen erregt, der ihn, wenn er ihn liebte, wirklich nur um seiner selbst willen liebte.
Vom Klavier her trat ihnen eine hochgewachsene Frau in schwarzem Kleid, mit den grauen koketten Augen einer Schauspielerin entgegen.
„Hier, Lydia,“ erklärte laut und fröhlich Nikolajew, „hier hast du meinen Mishujew! ... Sieh mal, was für ein kolossaler Millionär!“
Mishujew lachte, und die schöne Frau mit den grauen Augen lachte ebenfalls. Auch ihre Augen lachten mit, aber Mishujew gefiel dieses Lachen nicht.