„Wo ist denn Ihr Vortrag?“ fragte er mit demselben herablassenden Lächeln die Broschüre wieder zurückgebend.

„In der städtischen Volksschule.“ Schawrow nannte die Schule, in der Karssawina und Dubowa unterrichteten.

Jurii erinnerte sich, daß Ljalja ihm bereits von diesen Vorträgen erzählte, ohne daß er damals besonders darauf geachtet hatte.

„Darf ich mit Ihnen mitgehen?“

„Bitte,“ Schawrow gab mit freudigem Lächeln seine Einwilligung. Er hielt Jurii für einen echten Mitkämpfer und, indem er dessen Parteirolle übertrieb, empfand er für ihn eine Achtung, die beinahe an Verliebtheit grenzte.

„Ich interessiere mich sehr für diese Geschichte.“ Jurii hielt es doch für nötig, dies hinzuzufügen, dachte aber in Wirklichkeit nur daran, daß ein Abend ausgefüllt und es ihm möglich sein würde, Karssawina zu begegnen.

„Bitte, bitte,“ wiederholte Schawrow.

„Nun, so gehen wir denn.“

Und sie schritten rasch den Boulevard entlang, bogen zur Brücke um, an deren beiden Seiten ein herber Wassergeruch emporstieg und traten endlich in das zweistöckige Schulgebäude ein, wo sich bereits Menschen zu versammeln begannen.

In dem großen, noch dunklen Saal, der mit geraden Reihen von Stühlen und Bänken durchstellt war, schimmerte ihnen die Leinwand für den Projektionsapparat weiß entgegen, und aus irgendwelchen Ecken wurde zurückhaltendes, heiteres Lachen vernehmbar. Neben dem Fenster, durch das der verfinsterte Himmel und die Gipfel tiefgrüner Bäume sichtbar wurden, standen Ljalja und Dubowa. Sie begrüßten Jurii mit freudigen Ausrufen.