„Zu schön ist es hier.“ Jurii flüsterte es leise und zog wieder an dem tautriefenden Zweig.
„Ja, sehr schön,“ rief sie träumerisch, „es ist überhaupt schön, auf der Welt zu sein,“ fügte sie, nach kurzem Schweigen, hinzu.
In Jurii stieg ein leidiges Gefühl empor, nahm aber keine greifbaren Formen an und verschwand sofort wieder. Einmal ertönten plötzlich hinter der Wiese zwei schrille Pfiffe, doch gleich fiel alles wieder in die zitternde Ruhe zurück.
„Gefällt Ihnen Schawrow?“ fragte unerwartet Karssawina und lachte selbst über das Plötzliche ihrer Frage.
In Juriis Brust regte sich eine eifersüchtige Stimmung, doch er zwang sich selbst zu einer ernsten Antwort.
„Er ist ein guter Bursche. Mit welchem Enthusiasmus gibt er sich seiner Ueberzeugung hin.“
Jurii schwieg. Auf der Wiese erhob sich ein leichter, weißlicher Nebel, und selbst das Gras nahm unter dem Tau einen weißen Schimmer an.
„Es wird feucht,“ sagte Karssawina, sich schnell erhebend. Unwillkürlich blickte Jurii auf ihre runden weichen Schultern; er wurde verlegen. Sie fing seinen Blick auf und geriet ebenfalls in Verwirrung, obgleich ihr angenehm und froh zumute war.
„Gehen wir!“ Und sie schritten mit innerem Bedauern auf dem schmalen Pfad zurück, hin und wieder streiften sie sich mit den Körpern.
Der Garten blieb leer und schwarz hinter ihnen, und als Jurii sich umsah, setzte sich der Gedanke in ihm fest, daß dort jetzt ein ganz neues Leben erwachen müsse; — allen verborgen, allen ein Geheimnis. Zwischen den niedrigen Bäumen, über dem taubedeckten Rasen werden Schatten hingleiten. Die Dämmerung wird sich verdichten und die Stille muß beginnen, mit matter Stimme leise Worte zu murmeln.