„Schawrow und Nowikow sind dort,“ fügte Dubowa wie zur Rechtfertigung hinzu.
Karssawina lief schnell ins Haus, um ihr Jackett zu holen, dann schritten alle drei düster und traurig durch die Stadt nach dem grauen, schlecht abgeputzten, dreistöckigen Gebäude, in dem sich das Krankenhaus befand und wo Semionow jetzt sterben mußte.
In den Korridoren mit niedrigen, hallenden Decken war es düster; es roch scharf nach einem Gemisch von Karbol und Jodoform.
Als sie an dem Irrenabteil vorbeikamen, vernahmen sie eine sonderbar gespannte Stimme schnell und böse sprechen; als dann niemand zu sehen war, überlief sie eine bange Empfindung. Erschrocken sahen sie nach dem kleinen quadratischen Fensterchen hin. Doch gleich darauf begegnete ihnen im Korridor ein alter Bauer mit weißem Vollbart, der in seiner Dichtigkeit einem gewebten Brusttuch ähnlich sah, und einer großen weißen Schürze; höflich scharrend zog er seine schweren Füße an.
„Wohin wünschen Sie?“
„Hier wurde ein Student hergebracht, Semionow. Heute!“ sagte Dubowa.
„Auf der sechsten Station. Bitte, oben! —“
Man hörte, wie er fortgehend laut auf den Boden spuckte und wiederum mit den Füßen scharrte.
Oben war es heller und sauberer, und die Decken waren ungewölbt. Die Tür des Kabinetts, an dem ein Schild mit der Aufschrift: Diensttuender Arzt! angeschlagen war, stand offen. Dort brannte die Lampe; jemand klirrte mit Glasflaschen.
Jurii blickte hinein und rief etwas. Das Klirren der Fläschchen hörte auf und Rjäsanzew kam heraus, frisch und heiter, wie immer, offenbar an die Umgebung, die die Anderen bedrückte, gewöhnt.