„Wollen Sie mit uns gehen? Warum treiben Sie sich immer allein herum?“

Jurii war es so ängstlich und traurig zumute, daß ihm Ssanin und Iwanow nicht so antipathisch wie sonst erschienen.

„Schön, wollen wir gehen!“ — Doch kaum hatte er eingewilligt, als er sich seiner Ueberlegenheit erinnerte und sich sagte: Nun, was werde ich mit ihnen anfangen. Wodka saufen und Gemeinheiten reden. Er wollte sich schon zwingen, die Einladung doch noch abzulehnen, aber sein ganzes Wesen widerstrebte der Einsamkeit und so ging er mit ihnen mit.

Iwanow und Ssanin schwiegen; sie gingen ohne ein Wort bis zur Wohnung Iwanows. Es war schon tiefe, nächtliche Dunkelheit und nur auf einer Bank an der Pforte spukte die Figur eines Menschen, der einen dicken gekrümmten Knüppel in der Hand trug, herum.

„Ah, Onkel? Pjotr Iliitsch?“ rief laut Iwanow.

„Ich!“ rollte es im tiefsten Ton einer menschlichen Stimme zurück; kraftvoll und männlich schallte es durch die Luft.

Jurii erinnerte sich, daß der Onkel Iwanows ein dem konsequenten Trunk ergebener Sänger des Domchors war.

Er hatte einen grauen Schnurrbart, wie ein Soldat Nikolai des Ersten und sein abgetragenes Jackett strömte einen häßlichen Geruch aus.

„Bububu,“ — klang es wie ein dumpfer Stoß gegen ein leeres Faß von ihm her, als ihn Iwanow mit Jurii bekannt machte. Jurii reichte ihm eingeschreckt die Hand und wußte nicht, was er sprechen und wie er sich ihm gegenüber benehmen sollte. Doch im Augenblick fiel ihm ein, daß ja für Jurii Swaroschitsch alle Menschen gleich sein müßten, und so ging er neben dem alten Sänger einher, wobei er darauf achtete, ihn bei jeder Gelegenheit höflich voranschreiten zu lassen. Iwanow wohnte in einem Zimmer, das einer Rumpelkammer mehr als einer menschlichen Wohnstätte ähnelte, so viel Plunder, Staub und Unordnung war da. Doch als ihr Wirt die Lampe ansteckte, sah Jurii, daß alle Wände mit Gravüren von Wasnitzow beklebt waren und die Haufen Plunder entpuppten sich als Bücherstöße.

Jurii fühlte sich immer noch etwas peinlich berührt, und um es zu verbergen, begann er aufmerksam die Bilder zu betrachten.