Vom Wodka und von der Hitze hatte Jurii bereits Kopfschmerzen und wünschte an die frische Luft zu kommen.

„Nun, ich gehe,“ sagte er sich erhebend.

„Wohin? Trinken wir doch noch aus!“

„Nein! Ich muß wirklich fort,“ er suchte zerstreut nach seiner Mütze.

„Na, auf Wiedersehen!“

Als Jurii die Tür schloß, hörte er, wie Ssanin Pjotr Iliitsch die Antwort gab: „Ja, wenn ihr nicht wie Kinder sein werdet! Kinder unterscheiden doch nicht Gut und Böse, sie sind nichts als aufrichtig. Und darin lügt ihr ...“

Jurii drückte die Tür ins Schloß und ganz plötzlich wurde es still um ihn.

Der Mond stand hoch, und strahlte in leichter Helligkeit hernieder. Die Luft wehte auf ihn, vom Tau durchfeuchtet, frisch ein. Alles war wie aus Mondenschein gewebt, war schön und nachdenklich. Als Jurii allein durch die Straßen schritt, die von dem gelben Licht geglättet waren, berührte ihn die Erinnerung eigentümlich, daß es irgendwo ein schweigsames, schwarzes Zimmer gibt, wo auf einem kahlen Tische gelb und unbeweglich der tote Semionow liegt.

Doch es war ihm nicht möglich, jene furchtbaren und schweren Gedanken wieder in sich hervorzurufen, die seine Seele noch vor kurzem niederdrückten, und die ganze Welt in einen schwarzen Nebel hüllten. Ihm war nur still und traurig zumute und er wünschte mit seinen Blicken unverwandt den fernen Mond festhalten zu können.

Als Jurii einen leeren Platz, der im Mondenlicht besonders weit und eben erschien, überschritt, kam ihm wieder Ssanin in den Kopf.