„Iß, Jurii Nikolajewitsch, die Wassermelone ist gut. Auch Ihre Schwester Ludmilla Nikolajewna und den Herrn Papa kenne ich. Iß und sei gesund.“
Jurii gefiel hier alles. Die Ausdünstungen der Bauern, die dem Geruch frischen Brotes gemischt mit dem von Schafpelzen ähnlich sind, der kecke Glanz des Feuers und die runden Kürbisse, auf denen er saß, und daß man Kusmas Gesicht nur sah, wenn er nach unten blickte, während es bis auf die glänzenden Augen verschwand, sobald er den Kopf hoch richtete. Die Finsternis schien dicht über den Köpfen zu hängen, so daß sich eine heitere Freundlichkeit über den beleuchteten Fleck ausbreitete; man mußte sie erst allmählich durchdringen, bis sich dann plötzlich ein hoher, majestätisch-ruhiger, dunkler Himmel auftat, an dem sich kleine Sterne zeigten. Doch hatte er während der ganzen Zeit, ohne daß es ihn bedrückte, ein peinliches Gefühl; er wußte nicht, worüber er mit den Bauern sprechen sollte. Die Anderen aber, sowohl Kusma wie Ssanin und Rjäsanzew, unterhielten sich, ohne erst ein besonderes Thema zu wählen, so einfach und frei über alles, was ihnen in den Kopf kam, daß Jurii erstaunte.
„Nun und wie geht es bei Ihnen mit dem Land?“ fragte er, als alle für einen Augenblick schwiegen; dabei fühlte er selbst, daß die Frage hergeholt und unangebracht erscheinen mußte.
Kusma sah ihn an und antwortete:
„Wir warten immer noch! Vielleicht kommt etwas heraus.“ Dann sprach er wieder über den Gemüsegarten, den Preis der Wassermelonen und seine persönlichen Verhältnisse.
Man hörte Schritte. Ein kleines Hündchen mit aufgerolltem weichem Schwanz kam in den Lichtkreis, wedelte, beschnupperte Jurii und Rjäsanzew und begann sich an Ssanins Knieen zu reiben, der ihm glättend über das Fell strich. Hinter ihm tauchte ein kleiner Greis mit struppigem Barte und kleinen Aeuglein auf. In der Hand hielt er ein verrostetes einläufiges Gewehr.
„Unser Wächter,“ sagte Kusma.
Der Greis ließ sich auf dem Boden nieder, legte das Gewehr beiseite und schaute auf Jurii und Rjäsanzew.
„Von der Jagd, so?“ brummelte er und zeigte sein hohles Zahnfleisch.
„Aehä Kusma, es wird Zeit die Kartoffeln zu kochen, ähä.“