„Vorgestern schon!“

„So? ...“ Jurii lauschte mit einemmal wieder, was Ljalja tat.

Ein Gefühl von Qual und Angst durchzuckte ihn, als ob er seine Schwester betrogen hätte.

Sie stand noch ein Weilchen im Zimmer herum, ordnete irgend etwas auf einer Etagere und schritt dann unschlüssig auf die Türe zu.

Ihre ungewöhnlich nervösen Schritte peinigten Jurii von neuem und noch stärker als der zitternde Ausdruck ihrer Augen.

Ljalja trat in den Saal; sie empfand, wie in ihr alles in gespannter, trauriger Verwirrung erstarrte. Es sah so aus, als wenn sie in einem nebligen Wald den Pfad verloren hatte. Unterwegs blickte sie flüchtig in den Spiegel und sah darin ein dunkles, krankes Gesicht.

... Nun gut, mag er es nur sehen, dachte sie.

Mitten im Eßzimmer stand Rjäsanzew und sprach zu Nikolai Jegorowitsch mit seiner heiteren, aristokratisch selbstsicheren Stimme.

„Das ist natürlich eine seltsame Erscheinung, ist aber völlig unschädlich.“

Beim Laut dieser Stimme erzitterte plötzlich ein unbestimmtes Wehgefühl in Ljaljas Brust und riß sich ab.