Langsam und nachdrücklich klapperte Sarudin mit den Schlüsseln an der Schublade und schob sie zu. Tanarow sah verstohlen auf das Fach, in dem die für ihn so notwendigen fünfzig Rubel lagen, begleitete das Schließen der Schublade mit schüchternen Blicken und begann mechanisch eine Zigarette anzuzünden. Er fühlte sich sehr gekränkt, gleichzeitig damit aber fürchtete er, dieser Empfindung Ausdruck zu geben, um Sarudin nicht noch mehr zu erzürnen.

— — — Was machen schon für ihn zwei Rubel aus. Er weiß doch wie notwendig ich das Geld brauche ...

Sarudin ging im Zimmer auf und ab; er zitterte noch vor Aufregung. Aber allmählich begann er sich zu beruhigen und als der Bursche Bier brachte, trank er selbst mit Genuß ein Glas des eisigen, schäumenden Trankes. Plötzlich sagte er ganz ruhig, als ob garnichts vorgefallen wäre, während er die Schnurrbartenden durch die Lippenwinkel zog:

„Gestern war Lyda wieder bei mir! Bruder, das ist ein interessantes Mädchen. Feuer!“

Tanarow schwieg verdrossen. Ohne es zu bemerken, schritt Sarudin weiter langsam durch das Zimmer und seine Augen lächelten belebt den Erinnerungen nach. Sein gesunder, starker Körper war unter der Hitze erschlafft, sodaß glühende, erregende Gedanken die Oberhand gewinnen konnten und ihn fortrissen. Plötzlich lachte er laut, kurz wiehernd auf. Er blieb stehen.

„Weißt du, gestern wollte ich mal, ...“ er nannte hier ein sehr eindeutiges Wort, das für die Frau äußerst verletzend ist. „Da ist sie zuerst in die Höhe gegangen, hat sich auf die Hinterfüße gesetzt, weißt du solch ein stolzes Leuchten steigt bei ihr manchmal in die Augen ...“

Tanarow, dessen Leib sich bei diesen Worten rasch und gierig spannte, löste auf seinem Gesicht erzwungen ein klebriges und aufgeregtes Lächeln aus.

„Und dann, ... na, sodaß ich selbst fast in Krämpfe verfiel,“ schloß Sarudin, der noch unter der unerträglich scharfen Erinnerung nachzitterte.

„Du hast Schwein, hol’s der Kuckuck,“ rief neidisch Tanarow.

Plötzlich ertönte von der Straße her die laute Stimme Iwanows: „Ist Sarudin zu Haus? ... Darf man zu Ihnen? ...“