Jetzt, unter den Ausrufen der lärmenden und betrunkenen Stimmen, saß er abseits, trank ganz mechanisch große Massen Bier, und mit jeder Fiber seiner angespannten Empfindlichkeit beobachtete er die Bewegungen Sarudins, wie ein Tier, das im Walde einem anderen entgegenschleicht, schon zum Sprunge gebückt, und sich doch verstellt, als ob es nichts sähe.
Alles, was von Sarudin ausging, stieß mit scharfen Schlägen an eine überreizt zarte Stelle Nowikows, die jetzt sein ganzes Wesen zu bilden schien, alles, sowohl das Lächeln Sarudins, das seine weißen Zähne zeigte, wie seine Schönheit, sein Lachen, seine brutale Stimme.
„Sarudin,“ sagte ein langer eckiger Offizier, mit unmäßig langen, am Körper baumelnden Armen. „Ich habe dir ein Buch mitgebracht.“ Und durch den wüsten Lärm hindurch hörte Nowikow allein den Namen und die antwortende Stimme Sarudins heraus, als ob alle anderen schwiegen und nur dieser eine redete.
„Welches denn? ...“
„Von Tolstoi ... Ueber Frauen,“ gab der dürre Offizier mit Stolz aber deutlich wie beim Dienstrapport zurück.
Auf seinem farblosen schmalen Gesicht stand klar ausgedrückt, daß er sehr befriedigt war, Tolstoi zu lesen und über ihn zu sprechen.
Iwanow fiel dieser stolze und naive Ausdruck sofort auf und er fragte ironisch: „Lesen Sie auch manchmal Tolstoi? ...“
„Von Deutz ist ja unser Tolstoianer,“ erklärte der betrunkene Malinowski und lachte auf.
Sarudin nahm die dünne, rote Broschüre zur Hand und blätterte ein paar Seiten um:
„Ist das interessant? ...“