Aber eine lebendige Wand von schreienden Stimmen, Armbewegungen, lachenden Gesichtern und Zwischenrufen, schob sich zwischen sie.
Sarudin wurde von Deutz und Malinowski zur Seite gedrängt; Nowikow von Iwanow und einem anderen Offizier. Tanarow begann die Gläser zu füllen und irgendwas zu schreien, ohne sich an jemanden direkt zu wenden.
Es entstand eine falsche, gewaltsam fröhliche Erregung, die für einen Augenblick den Streit verwischte. Mit einemmal empfand Nowikow, daß er die Kraft verloren hatte, diesen Zustand fortzusetzen. Er verzog seine Lippen zu einem unsinnigen Lächeln, sah sich nach Iwanow und einem der Offiziere um, die ihn mit Gesprächen festzuhalten versuchten und dachte ratlos:
— — — Was mache ich nur. Zuhauen muß man. Einfach hingehen und in die Schnauze schlagen. Sonst bleibe ich ja in der dümmsten Lage. Alle müssen es verstanden haben, daß ich den Streit suchte ...
Aber statt dessen lauschte er mit gemachtem Interesse auf das, was Iwanow und von Deutz sprachen.
„In seinen Ansichten über die Frau bin ich nicht völlig mit ihm einverstanden,“ sprach selbstgefällig der Offizier.
„Die Frau ist zunächst mal ein Weibchen,“ erklärte Iwanow. „Unter Männern könnte man vielleicht noch einen auf Tausend finden, der den Namen Mensch verdient. Aber unter den Frauen, nein, unter ihnen gibt es keinen Einzigen. Nacklige, rosige, fette, schwanzlose Affen sind es und weiter nichts.“
„Das ist ja äußerst originell bemerkt; — —“ von Deutz kaute sichtbar an dem Vergnügen über Iwanows letzter Phrase.
Nowikow dachte bitter vor sich hin, wie wahr das sei.
„Eh, mein Lieber,“ erwiderte Iwanow, seine Hand grade vor der Nase von Deutz schwenkend, „erzählen Sie mal den Leuten: „Ich sage euch: jedes Weib, das einen Mann geil ansieht, treibt in ihrem Herzen schon Unzucht mit ihm.“ Erzählen Sie das und die Meisten werden überzeugt sein, eine höchst originelle Sache zu hören.“