Von Deutz lachte mit heiserer Stimme, wie wenn ein Windhund plötzlich anschlägt, und sah Iwanow mißgünstig an. Den Spott verstand er nicht und er war nur neidisch, daß er sich nicht so witzig ausgedrückt hatte. Plötzlich reichte ihm Nowikow die Hand.

„Was denn?“ fragte von Deutz verwundert. Neugierig und erwartungsvoll sah er auf die breite Handfläche.

Nowikow gab keine Antwort.

„Wohin?“ erkundigte Ssanin sich ebenfalls.

Nowikow schwieg weiter. Er fühlte, daß nur ein Augenblick des Wartens genügen würde, um das Schluchzen, das ihm in der Kehle steckte, ausbrechen und jeden Rückhalt überströmen zu lassen.

Ssanin lächelte ihn ruhig und doch mit ernstem Interesse an: — — — „Ich verstehe, was mit dir ist. Spuck darauf! — — —“

Nowikow schaute mit wehleidigen Augen über ihn hin, seine Lippen zitterten; mit einer verzweifelten Handbewegung, als ob er alles, sich selbst, die Welt, beiseite schieben wollte, ging er fort, ohne weiter Abschied zu nehmen. Der Druck schwerer Ohnmacht, wie bei einem Menschen, der eine Last nicht anheben kann, biß sich in ihm fest und preßte ihn zu Boden. Um sich zu beruhigen, dachte Nowikow:

— — — Nun, was schon, was wäre viel damit bewiesen, wenn ich diesem Halunken die Fresse eingeschlagen hätte. Es käme doch nur eine platte Keilerei heraus. Lohnte es sich wirklich, die Hände an ihm dreckig zu machen. — —

Doch das Gefühl unbefriedigter Eifersucht und der eigenen Schwäche verließ ihn nicht. In tiefster Trübsal kam er nach Hause, warf sich mit dem Gesicht in die Kissen und lag so den ganzen Tag über, nur von dem einen Gedanken gequält, daß er nichts tun könne ...

„Los, wollen Sie Macao spielen?“ fragte Malinowski.