„Immer hingeschmissen!“ erwiderte sofort Iwanow.

Der Bursche stellte den Kartentisch zurecht, und das grüne Tuch lächelte ihnen fröhlich entgegen. Eine konzentrierte Belebung ergriff alle. Malinowski begann, Karten zu geben, wobei seine behaarten Finger hart auf dem Tisch anschlugen. Gewandt zerstoben die bunten Karten in regelmäßigen Kreisen auf der grünen Decke; mit hellem Klang rollten die silbernen Rubel von einem Tableau zum andern und wie gierige Spinnen liefen nach allen Richtungen Finger über das Tuch, die das Geld aufrafften. Nur knappe Worte und eintönige wie auswendig gelernte Ausrufe des Aergers und des Vergnügens waren vernehmbar.

Sarudin hatte offensichtlich ganz besonderes Mißgeschick. Hartnäckig machte er immer wieder den Einsatz von fünfzehn Rubeln und bei jedem Mal wurde er vollständig abgeschlagen. Auf sein hübsches Gesicht traten die roten Flecke gegenstandsloser Erbitterung. Im Laufe des letzten Monats hatte er gegen 700 Rubel verspielt; jetzt fürchtete er sogar, den endgültigen Verlust genau festzustellen. Seine verdrießliche Stimmung teilte sich auch den andern mit. Von Deutz und Malinowski wechselten scharfe Worte miteinander.

Sehr bestimmt, wenn auch zurückhaltend, erklärte von Deutz, voller Verwunderung darüber, daß der betrunkene, ungeschlachte Malinowski sich überhaupt unterstand, mit ihm, dem klugen und distingierten von Deutz zu streiten: „Ich hatte wohl auf die Flügel gesetzt.“

„Was wollen Sie mir einreden?“ warf ihm dieser grob entgegen. „Hol’s der Teufel. Schlage ich, so sagt man Auf Flügel und wenn ich gebe ...“

Von Deutz brauste auf. „Aber erlauben Sie mal.“ Sofort, wie immer, wenn er aufgeregt war, wurde seine Aussprache unrussisch und deutsche Laute mengten sich komisch hinein.

„Nichts will ich erlauben. Nehmen Sie das zurück ... nein, bitte, nehmen Sie das zurück.“

„Meine Herren, aber das ist doch, — — wirklich zum Teufel,“ schrie Sarudin wütend, die Karten mit Gewalt auf den Tisch werfend.

Aber sogleich erschrak er seines jähen Ausrufs wegen ebenso wie über die betrunkenen, verzerrten Gesichter, Karten und Flaschen, über das ganze Bild eines platten soldatischen Trinkgelages, denn — — in der Tür hatte er plötzlich ein neues Gesicht auftauchen sehen.

Ein hochgewachsener schlanker Mann in einem bequemen, weißen Kostüm hielt verwundert auf der Schwelle an; seine Augen suchten Sarudin.