„Ah, Pawl Lwowitsch! Welches Schicksal hat Sie zu uns hergeweht?“ rief dieser rot im Gesicht und stürzte ihm eilig entgegen.

Der Herr trat unschlüssig tiefer in das Zimmer ein und den Anwesenden fielen sofort seine weißen Stiefel auf, die aus dem Morast von Bierlachen, Korken und zertretenen Zigarrenresten besonders hervorstachen. Er war so weiß, sauber und parfümiert, daß er zwischen den Wolken Tabakdampfes und den betrunkenen, überhitzten Menschen, an eine Lilie im Sumpfe erinnern konnte, wäre er nicht so hilflos dünn, so ausgemergelt gewandt gewesen und hätte er nicht ein so kleines Gesichtchen mit schlechten Zähnen und einem winzigen Schnurrbart gehabt.

„Woher kommen Sie? Haben Sie Pitier schon lange hinter sich?“ sagte Sarudin zu ihm mit überflüssiger Eile, wobei er ihm stark die Hand drückte und gleichzeitig wieder ängstlich überlegte, ob es nicht ein faux Pas gewesen wäre, das legere Pitier statt des St. Petersburg zu gebrauchen.

„Ich bin erst gestern angekommen,“ antwortete endlich der Weißgekleidete. Seine Stimme war selbstgefällig aber saftlos, wie ein abgeschnürter Hahnenschrei.

„Meine Kameraden,“ stellte Sarudin vor. „Von Deutz, Malinowski, Tanarow, die Herren Ssanin, Iwanow. Meine Herren, ... Pawl Lwowitsch Woloschin.“

Woloschin verneigte sich ein wenig.

„Wollen’s uns vormerken,“ antwortete zum Entsetzen Sarudins der betrunkene Iwanow.

„Bitte hier, Pawl Lwowitsch, belieben Sie Bier oder vielleicht Wein.“

Woloschin ließ sich vorsichtig ins Fauteuil nieder; er schimmerte auf dem groben Gummituchüberzug in seinem matten Weiß.

„Ich komme nur auf eine Sekunde mit heran. Bitte, lassen Sie sich nicht stören,“ entgegnete er mit leichter Kühle des Unbehagens, indem er die Gesellschaft musterte.