„Aber warum das? ... Ich lasse sofort Weißen bringen. Ich weiß doch, Sie lieben ihn.“ Sarudin stürzte ins Vorzimmer. — — — Dieses Luder hatte auch nichts anderes zu tun, als gerade heute hierherzukommen, dachte er wütend, während er dem Burschen befahl, nach Wein zu laufen. — — — Später erzählt dieser Woloschin bei allen Bekannten in Petersburg solchen Unsinn, daß man mich in kein anständiges Haus mehr aufnehmen wird.
Inzwischen fuhr Woloschin fort, ohne es im geringsten zu verbergen, die Gesellschaft zu mustern, wie wenn er sich über alle unendlich erhaben fühlte. Der Blick seiner glasgrauen Aeuglein war voll aufrichtiger Neugier. Besonders der Wuchs, die offenbare Kraft und das Kostüm Ssanins lockten seine Aufmerksamkeit. Das ist ein interessanter Typus; darin liegt Kraft, dachte er mit der starken Zuneigung, die alle schwachen Menschen großen und starken gegenüber empfinden. Er wünschte Ssanin anzusprechen. Aber dieser blickte unbekümmert in den Garten, mit der Brust an das Fensterbrett gelehnt.
Schon das erste Wort seiner Anrede blieb Woloschin in der Kehle stecken; der saftlose, abgeriebene Klang seiner Stimme verletzte ihn selbst.
— — — Die andern, das ist irgend welch’ Lumpenpack, dachte er sich.
Sarudin kehrte zurück. Er setzte sich neben Woloschin nieder. Höflich begann er ihn nach Petersburg und nach seiner Fabrik auszufragen, auch um seinen Bekannten verstehen zu geben, welch reicher und bedeutungsvoller Kerl dieser Gast sei.
„Alles nach dem alten Strich, wie Sie sehen,“ antwortete nachlässig Woloschin. „Und was machen Sie?“
„Was kann man hier tun. Ich vegetiere!“
Woloschin schwieg und sah verächtlich zur Decke hoch, auf der die grünen Reflexe des Gartens lautlos hin- und herglitten.
„Wir kennen hier nur dies eine Vergnügen,“ fuhr Sarudin mit bedeutungsvoller Geste fort, in der er alles, seine Gäste, die Flaschen und die Karten einfaßte.
„Jawohl,“ sagte Woloschin mit unbestimmter Dehnung; aus seinem Ton hörte Sarudin die Frage heraus: und was bist du denn selbst? ...