— — — Was tue ich nur, dachte sie mit freudigem Staunen. Ach ja, ich wollte mich ja aus irgendeinem Grunde ertränken. O, wie schön ... nur nochmal, nochmal, ... jetzt küsse ich selbst, oh wie wunderschön und ganz gleich ist es ja, wer da ist ... nur leben, ... leben ...

„So, — so,“ der Bruder ließ sie aus den Armen, „alles was gut ist, ist gut. Weiter braucht man nicht darüber nachzudenken.“

Lyda machte langsam ihre Haare zurecht, sie blickte ihn mit einem glücklichen und doch sinnlosen Lächeln an. Ssanin reichte ihr Schirm und Handschuh; zuerst wunderte sich Lyda über das Fehlen des einen, erinnerte sich dann aber an alles und lachte lange leise vor sich hin; — sie überlegte, welchen schrecklichen Eindruck vorher das ganz bedeutungslose Inswasserfallen des einen Handschuhs auf sie gemacht hatte.

— — — und so ist alles, dachte sie, während sie mit dem Bruder das Ufer entlang schritt und ihre gespannte Brust der Sonnenglut entgegenstreckte.

XIX

Nowikow öffnete selbst Ssanin die Türe; er wurde mürrisch, als er ihn sah. Ihm war alles peinlich, was in ihm die Erinnerung an Lyda und an all das unbegreiflich Schöne, das in seiner Seele, wie eine zersprungene, feine Vase in Trümmern gegangen war, wachrief.

Ssanin bemerkte es und trat mit versöhnlichem und zärtlichem Lächeln ein. In Nowikows Zimmer herrschte Unordnung. Die Sachen waren durcheinander geworfen, als wenn ein Sturmwind durchgefegt wäre und den Boden mit Papierfetzen, Stroh und allerlei Plunder bestreut hätte. Ohne jede Ordnung lagen auf dem Bett, den Stühlen und den aufgezogenen Schubladen der Kommode Bücher, Wäsche, Instrumente, Taschen aufgestapelt umher.