„Wohin,“ fragte Ssanin, der Nowikows Absichten nicht begriff.
Nowikow schob schweigend, ohne ihn anzusehen, ein paar Kleinigkeiten zusammen.
„Bruder, ich fahre in die Hungersnot. Ich habe ein Schreiben erhalten.“ Seine Worte waren ungeschickt und er wurde deswegen selbst auf sich zornig.
Ssanin sah ihn, sah die Koffer an, dann wieder ihn und schmunzelte mit einem Mal vergnügt. Nowikow schwieg und packte mechanisch ein paar Stiefel mit Glasröhren in ein Packet. Es war ihm schmerzlich zumute und er fühlte seine volle, trübe Einsamkeit.
„Wenn du so weiter packen willst, kommst du sicher ohne Instrumente und ohne Stiefel an.“
„Ah ...“ sagte Nowikow. Er blickte flüchtig auf. „Laß mich ... Du siehst, es wird mir nicht leicht.“ Ssanin verstand ihn und schwieg.
Nachdenkliche, sommerliche Dämmerung schwamm schon durch das offene Fenster und über dem leichten Laub des Gartens verlosch der dünne, kristallklare Himmel.
„Nach meiner Meinung,“ begann Ssanin nach einer Pause, „würdest du besser tun, dich mit Lyda zu verheiraten, als weiß der Teufel wohin zu reisen.“
Nowikow drehte sich unnatürlich rasch zu ihm herum und zitterte plötzlich am ganzen Körper.
„Ich möchte dich ersuchen, diese dummen Späße zu unterlassen,“ rief er mit klirrender Stimme. Dieser scharfe Laut seiner Stimme flog in den nachdenklichen, kühlen Garten hinein und verklang eigenartig unter den stillen Bäumen.