„Was gehst du denn gleich in die Höhe?“ fragte Ssanin.

„Hör auf, ...“ Nowikow sprach heiser, seine Augen wurden rund, seine Züge ganz unähnlich den weichen, gutmütigen, die Ssanin von früher kannte; doch er brach sofort wieder ab.

„Und willst du behaupten, daß eine Heirat mit Lyda ein Unglück wäre,“ fragte Ssanin ruhig weiter, wobei er nur mit den Augenwinkeln lächelte.

„Aufhören, hör auf,“ winselte Nowikow, schwankte wie ein Betrunkener, stürzte sich dann plötzlich auf Ssanin, ergriff den ungeputzten Stiefel, der ihm zur Hand lag, und schwang ihn mit unbekannter Wut über seinen Kopf.

„Nun, ruhig, du Teufel,“ schrie Ssanin zornig und wich unwillkürlich zurück.

Nowikow warf den Stiefel mit Widerwillen von sich und blieb vor Ssanin schwer keuchend stehen.

„Du wolltest mich mit dem alten Stiefel ...“ Ssanin schüttelte mißbilligend den Kopf. Ihm war es um Nowikow leid; dabei schien ihm alles lächerlich, was er tat.

„Bist selbst daran Schuld ...“ erwiderte Nowikow sofort wieder schlaff werdend und sich schämend. Aber gleichzeitig empfand er Anhänglichkeit und Vertrauen zu Ssanin. Als wenn dieser groß und ruhig wäre, er aber nur ein kleiner Knabe, so wollte er sich an ihn schmiegen, ihm klagen, was ihn bedrückte. Sogar Tränen traten in seine Augen.

„Wenn du wüßtest, wie schwer mir ist,“ sagte er abgebrochen, mit Mund und Kehle schluckend, um nicht in Weinen auszubrechen.

„Ja, mein Lieber, ich weiß alles,“ suchte ihn Ssanin zärtlich lächelnd zu beruhigen.