Nowikow wandte sich nach ihm um, und das Vertrauen, von dem seine Seele übervoll war, machte seine Augen hell und durchsichtig. In seiner Seele bewegte sich eine zitternde Blüte leise schwankend hin und her, doch so schwach, so bereit, in jedem Augenblick zu verschwinden, daß er selbst fürchtete, sie mit einem unvorsichtigen Wort oder Gedanken zum Welken zu bringen.

„Weißt du, wenn ich ...“ Nowikow sprach nicht zu Ende, weil er gar nicht imstande war, das, was in ihm arbeitete, in Worte zu fassen; er fühlte leise, zarte Tränen der Rührung über sein Leiden und seine tiefe Bewegung in die Kehle steigen.

„Was? ... Wenn nun? ...“ wiederholte Ssanin feierlich, mit erhobener Stimme und glänzenden Augen. „Ich kann dir nur eins sagen, — — zwischen Lyda und Sarudin gab es nichts und wird es nichts geben.“

„Ich dachte aber ...“ Nowikow fühlte mit Entsetzen, daß er ihm nicht glauben konnte.

„Dummheiten hast du gedacht? ...“ Ssanin sprach mit steigender Erregung. „Verstehst du denn Lyda nicht? ... Wenn sie bisher schwankte, was war es dann für eine Liebe?“ Nowikow ergriff seine Hand und blickte ihm mit Entzücken auf die Lippen.

Ssanin wurde plötzlich von furchtbarer Wut und Ekel gepackt.

Eine Zeitlang sah er diesem Menschen, den der Gedanke selig machte, daß die Frau, mit der er geschlechtlich verkehren wollte, niemals vor ihm jemandem angehört hatte, empört ins Gesicht. Nackte, tierische Eifersucht, flach und gierig wie eine Reptilie, kroch ihm aus den gutmütigen Menschenaugen Nowikows, die dabei von aufrichtigem Leid verklärt waren, entgegen.

„Oho,“ rief Ssanin in drohendem Ton, „nun, so will ich es dir sagen. Lyda war nicht nur in Sarudin verliebt, — — nein, Bruder, sie hatte auch ein Verhältnis mit ihm; und, — — jetzt ist sie von ihm geschwängert.“

Klingende Stille griff durchs Zimmer. Mit abwehrend schwachem Lächeln sah Nowikow Ssanin an; plötzlich begann er, sich die Hände zu reiben. Seine Lippen gerieten in Bewegung, aber nur ein elendes Wimmern drang hervor und verstarb sogleich. Ssanin blickte ihm von oben herab in die Augen; in seine Mundwinkel legte sich eine grausame und gefährliche Falte.

„Nun, warum schweigst du denn?“ fragte er.