Sie schwiegen, lauschten den entfernten Lauten, die von den dunklen Gärten und den vom Mond bestrahlten Gärten her herüberklangen.
„Waren Sie schon einmal verliebt,“ fragte plötzlich Karssawina.
„Ja, ...“ antwortete Jurii langsam und dachte ... wie wäre es, wenn ich ihr gleich alles sagte. Zögernd fuhr er fort: „Ich bin auch jetzt verliebt.“
„In wen?“ Karssawinas Stimme zitterte voll scheuer Zuversicht.
„In wen? ... Aber in Sie doch!“ Jurii neigte sich vor und suchte ihre Augen, aus denen er nur durch die Schleier des Schatten ein seltsames Glänzen aufblinken sah. Er versuchte scherzhaft zu sprechen, kam aber nicht in den Ton hinein.
Sie schaute ihn rasch und erschrocken an und ihr beengtes glückseliges Gesicht war voll Erwartung.
Jurii wollte sie umarmen; in seinen Händen fühlte er schon die weichen warmen Schultern und die elastische Brust, erschrak aber wieder vor sich selbst und kraftlos, ohne seinem Wunsch nachzugeben, gähnte er.
— — — Er scherzt nur, dachte bitter Karssawina und im selben Augenblick wurde in ihr alles unter der Empfindung, gekränkt zu sein, eiseskalt. Sie spürte, daß sie gleich weinen müsse; in dem krampfhaften Versuch, die Tränen zurückzuhalten, preßte sie die Zähne zusammen.
„Dummheiten,“ murmelte sie und erhob sich eiligst; in dem einen Wort tönte ihre Stimme völlig verändert.
„Ich spreche ernst,“ sagte Jurii in einem Ton, der jetzt gegen seinen Willen unnatürlich klang. „Ich liebe Sie und ... glauben Sie es mir, von ganzem Herzen.“