Karssawina nahm ohne Antwort ihre Bücher zusammen.
„Warum das? ...“ dachte sie mit Gram und plötzlich ergriff sie eine entsetzliche Scham bei dem Gedanken, daß er ihre Empfindungen erraten hatte und sie nun verachten würde.
Jurii reichte ihr ein Buch, das auf den Boden gefallen war.
„Es ist Zeit, nach Hause zu gehen,“ sagte sie leise.
Jurii bedauerte es selbstquälerisch, daß sie fortgehen wollte; gleichzeitig fiel es ihm auf, wie alles, was sie sagte, so originell und schön, weit entfernt von jeder Banalität, erschien.
Als Karssawina ihm die Hand reichte, verneigte er sich unbeabsichtigt und küßte die weiche, warme Handfläche, von der ihm ein lieblich frischer Geruch ins Gesicht stieg. Karssawina riß sofort mit einem leisen Aufschrei die Hand zurück:
„Was tun Sie!“
Doch die flüchtige Empfindung, die seine Lippen bei der Berührung aus ihrem warmen, jungfräulichen Körper mit sich rissen, war so stark, daß sie ihm den Kopf benahm und er nur glückselig und sinnlos dem raschen Rauschen ihrer sich entfernenden Schritte nachlächeln konnte.
Bald hörte er die Pforte knarren. Immer noch mit demselben Lächeln schritt Jurii nach Hause; aus vollen Kräften atmete er die reine Luft ein. Er fühlte seine Kräfte wachsen; er war glücklich.