XXI
Sobald Jurii in sein Zimmer trat, das ihm nach der Freiheit und Kühle der Mondnacht eng und dumpf wie ein Gefängnis vorkam, begann er darüber nachzudenken, wie das Leben doch nichts als eine Kette von öden Banalitäten sei.
— — — einen Kuß abgepflückt ... was für ein Glück, nein, wahrlich was für eine Heldentat, — — — denk einer an ... wie würdig und poetisch ... Es scheint der Mond ... der Held verführt die Jungfrau mit feurigen Reden und Küssen ... pfui Teufel welche Abgeschmacktheit, — — — in diesem verfluchten Nest merkt man garnicht, wie flach man wird.
Als Jurii noch in der Großstadt lebte, war er niemals über den Gedanken fortgekommen, daß er nur aufs Land zu gehen brauche, um in dem einfachen Leben der bäuerlichen, schwarzen Erde, voll echter, nicht erst mühsam konstruierter Arbeit, mit Feldern, Sonne und Bauern unterzutauchen, damit sein nutzloses Dasein endlich einen tiefen, wahren Sinn erhalte. Jetzt war er wieder ebenso fest überzeugt, daß er sein Leben sofort in die richtige Bahn bringen würde, wenn er anstatt in diesem Nest zu stecken, plötzlich in die Hauptstadt fliegen könnte.
Es lärmt die Stadt, es brausen Reden,
Es tobt der wüste Tintenkrieg,
Doch Rußland liegt in tiefem Schweigen,