Es wurde Abend. Im dunklen fließenden Wasser schwankten die Sterne.

XXIII

Der Abend war dunkel und dumpf. Ueber den Wipfeln der schwarzen, versteinerten Bäume drängten in schweren Klumpen Wolken dahin, von einem Ende des Himmels bis zum andern, schnell, als wenn sie einem unsichtbaren Ziel zueilen müßten. In ihren grünlichen Lücken tauchten blasse Sterne auf und nieder. Der Himmel quoll über von unaufhörlicher, unheimlicher Bewegung; auf der Erde kauerte alles in gespannter Erwartung.

In dieser Stille hörten sich die Stimmen streitender Menschen so widerwärtig schrill und zänkisch an, wie das Kläffen kleiner, unruhiger Köter.

„Wie dem auch sei,“ stieß, mit den langen Beinen wie ein Storch stolpernd, von Deutz hervor. „Aber das Christentum hat der Menschheit als einzige volkstümlich humanitäre Lehre einen unvergänglichen Reichtum gegeben.“

„Was Sie nicht sagen,“ erwiderte Jurii, der hinter ihm ging, mit einer hartnäckigen Kopfbewegung, während er zornig auf seinen Rücken blickte. „Im Kampfe gegen die tierischen Instinkte hat sich das Christentum ebenso unzulänglich gezeigt, wie alle and — — —“

„Wieso denn gezeigt? ...“ rief voll Empörung von Deutz. „Die ganze Zukunft liegt frei vor dem Christentum. Und dann von ihm wie von einer abgetanen Sache sprechen. — — —“