„Schawrow spricht gescheiter,“ bemerkte Dubowa.
„Das erstere wird durch das Lesen von Büchern erreicht, die Naturwissenschaften zur Grundlage haben, das zweite durch Lektüre künstlerischer Literatur, und die wird uns mitten in das Leben einführen.“
Dubowa konnte nicht zur Ruhe kommen: „Wenn wir so langsam weitersprechen, schlafen wir alle ein.“ In ihren Augen leuchtete zärtlicher Spott wie ein lustiges Feuer auf.
„Ich bemühe mich, so zu sprechen, daß mich alle verstehen können, wie?“ erwiderte Schawrow sanftmütig.
„Nun, Gott mit Ihnen, sprechen Sie schon, wie Sie wollen.“ Dubowa machte eine wegwerfende Handbewegung. Auch Karssawina lachte zärtlich über Schawrow und warf vor Lachen den Kopf so weit in den Nacken zurück, daß sich ihr voller, weißer Hals zeigte.
„Ich habe ein Programm zusammengestellt, aber vielleicht würde es langweilig sein, es vorzulesen. Darum möchte ich zunächst vorschlagen — zu — lesen: Der Ursprung der Familie von Engels, und daneben: Darwin, und als Belletristisches: Tolstoi.“
„Tolstoi gewiß.“ Zum ersten Mal beteiligte sich von Deutz, der bis dahin, nur neugierig auf alles starrend, Zigaretten geraucht hatte, an der Diskussion. Auch jetzt zündete er sich, sehr befriedigt von seinem Einwurf, eine neue Zigarette an.
Schawrow wartete, Gott weiß warum, bis die Zigarette in Brand gesetzt war, dann fuhr er methodisch fort:
„Tschechow, Ibsen, Knut Hamsun ...“
„Aber das hat man doch schon längst gelesen!“ Karssawina war sehr erstaunt. Jurii lauschte mit Freude ihrer klingenden Stimme und schloß sich ihr sofort an: