Mit Lächeln und alten, aber ungeschickten Witzen begann Woloschin über Kleinigkeiten zu schwätzen, doch wurde es ihm schwer, den Ton aufrecht zu halten; das ungeduldige Verlangen nach dem Worte Weib preßte sich bald durch alle seine Witze, die Erzählungen von Petersburg und den Streik in seiner Fabrik.

Er wollte die Pause, die durch das Anrauchen einer neuen Zigarre entstanden war, ausnutzen, schwieg aber noch eine Weile und blickte Sarudin zunächst nur ausdrucksvoll ins Gesicht.

Etwas Schlüpfrig-Schamloses glitt aus seinem Blick in die Augen des Offiziers herüber, und dieser verstand ihn sofort. Woloschin rückte sein Pincenez zurecht und lächelte weiter. Sofort spiegelte sich dieses Lächeln auf dem hübschen Gesicht Sarudins wieder; doch dadurch nahm es einen frechen Ausdruck an.

„Sie verlieren hier Ihre Zeit wohl auch nicht,“ fragte Woloschin, ein Auge listig und bestimmt zusammenkneifend.

Sarudin antwortete mit einer prahlerisch wegwerfenden Bewegung der Schultern:

„Das ist so schon Sitte. Was sollte man hier auch anderes tun.“

Sie lachten und schwiegen. Woloschin erwartete gierig Details; unter seinem linken Knie zog sich krampfhaft eine kleine Ader an. Aber Sarudin dachte wiederum nicht mehr an die Einzelheiten, die Woloschin meinte, sondern an all das, was ihn seit Tagen quälte.

Er wandte sich ein wenig zum Garten hinaus und trommelte mit seinen Fingern unruhig auf dem Fensterbrett.

Der Besuch wartete schweigend, und Sarudin empfand die Notwendigkeit, wieder in den eingeschlagenen Ton hineinzukommen.

„Ich weiß,“ begann er mit gemachter Selbstsicherheit. „Ihr von der Hauptstadt meint, die hiesigen Frauen hätten was Besonderes. Aber ihr irrt euch gewaltig. Allerdings die haben Frische, doch dafür fehlt ihnen die Eleganz, ... wie sollte ich es sagen ... nun — die Kunst, zu lieben.“