Ssanin saß und schrieb. Maria Iwanowna war nicht gewöhnt, ihren Sohn an der Arbeit zu sehen; trotz ihres Kummers wurde sie interessiert. „Was schreibst du da ...?“

„Einen Brief,“ erwiderte Ssanin, seinen fröhlichen, ruhigen Kopf erhebend.

„An wen ...?“

„So ... an einen bekannten Redakteur. Ich will sehen, vielleicht werde ich wieder bei ihm auf der Redaktion eintreten.“

„Ja, kannst du denn wirklich für Zeitungen schreiben? ...“

„Ich tue alles ...“ Ssanin lächelte.

„Wozu mußt du dorthin gehen?“

„Bei euch hängt mir schon alles zum Halse heraus. Alles.“ Ssanin erwiderte es mit aufrichtigem Lächeln. Ein leichtes Gefühl der Verletzung durchstach Maria Iwanowna.

„Sehr nett von dir!“ ...

Ssanin sah sie aufmerksam an, er wollte noch hinzufügen, sie könne doch nicht so dumm sein, um nicht zu begreifen, daß es schließlich jedem langweilig werden müsse, auf einer Stelle und dazu noch ohne jede Beschäftigung zu sitzen; aber er schwieg. Es war ihm ekelhaft, der Mutter eine so kleinliche und selbstverständliche Sache erst auseinanderzusetzen. Maria Iwanowna zog das Taschentuch heraus und zerknüllte es in ihren dürren Greisenfingern. Wäre der Zettel von Sarudin nicht gewesen und ihre Seele durch ihn in einen Wirrwarr von Zweifeln und Aengsten gestürzt worden, so hätte sie jetzt ihrem Sohne eine lange, bittere Predigt über seine Schroffheit gehalten. So aber beschränkte sie sich nur in tragischem Ton auf die Gegenüberstellung: „Ja, der eine bricht wie ein Wolf aus dem Hause und die andere ...“