Sie machte eine wegwerfende, müde Handbewegung.
Ssanin hob neugierig den Kopf. Augenscheinlich nahm das Drama mit Lyda seinen Fortgang.
„Woher wissen Sie denn das, Mutter? ...“
Mit einem Mal empfand Maria Iwanowna ein unerklärliches Gefühl der Beschämung, weil sie den Brief an die Tochter geöffnet hatte. Auf ihre eingefallenen Wangen trat ziegelrote Farbe; sie versetzte unsicher, aber zornig:
„Ich bin Gott sei Dank nicht blind. Ich hab doch noch meine zwei Augen im Kopf.“
Ssanin dachte eine Weile nach: „Nichts sehen Sie, ... nun, ich kann Ihnen zur Verlobung Ihrer Tochter gratulieren. Lyda wollte es Ihnen selbst sagen, aber ... ist ja alles egal.“
Ihm tat es leid, daß sich in das junge Leben Lydas eine neue Tortur eindrängen sollte — — stumpfsinnige Greisenliebe, die fähig ist, den Menschen durch die feinste und furchtbarste Qual zu Tode zu martern.
„Wie?“ ... Maria Iwanowna setzte sich streng aufgerichtet auf ihren Stuhl.
„Lyda wird heiraten.“
„Wen?“ ... rief sie freudig und ungläubig.