„Wer? ...“

„Was ... wer? ...“

„Wer nicht? ...“ Ssanin wiederholte seine Frage mit angezogenen Augenbrauen. Er blickte scharf auf die Mutter; zum ersten Mal kam es ihm ins Bewußtsein, wie stumpfsinnig und nichtig der Ausdruck ihrer Augen war; ihre Haube wackelte auf ihrem Kopf ganz haltlos, wie der rote Lappen einer Henne, hin und her.

„Niemand spricht so! Kein Mensch!“

„Aber ich doch! Das ist eben der Unterschied,“ Ssanin wurde plötzlich ruhig, seine gute Laune kehrte wieder zurück; er wandte sich ab und setzte sich. „Sie haben alles vom Leben genommen, Mutter, was Sie wollten. Sie haben durchaus kein Recht, jetzt Lyda ersticken zu wollen,“ sagte er, ohne sich abzuwenden, mit ziemlicher Gleichgültigkeit. Er hatte wieder zur Feder gegriffen.

Maria Iwanowna sah den Sohn mit großen Augen an; in ihren Ohren klebte nur die einzige Phrase: Wie darf er es wagen, so mit seiner Mutter zu sprechen. Wie unter einem Bann erstarrt, wußte sie nicht mehr, was sie tun sollte. Doch bevor sie noch zu einem Entschluß kam, wandte sich Wladimir Petrowitsch zu ihr, ergriff ihre Hand und sagte zärtlich:

„Aber lassen Sie doch das alles. Und Sarudin lassen Sie herauswerfen, wenn er kommen sollte. Sonst wird er womöglich tatsächlich noch Unzuträglichkeiten anrichten.“

Eine weiche Welle durchglitt das Herz der Mutter.

„Nun, Gott sei mit dir. Ich bin froh. Mir gefiel Sascha Nowikow immer. Und Sarudin werden wir natürlich nicht mehr empfangen. Wenn auch nur aus Achtung vor Sascha.“

„Wenn auch nur aus Achtung vor Sascha,“ willigte Ssanin ein; seine Augen lachten.