Die Unsicherheit Sarudins trat allmählich hinter dem Wunsch zurück, in Woloschin den Eindruck hervorzurufen, daß er ein gewandter, unverfrorener Mensch und zu allem fähig sei. So überwand er sich und fragte:
„Wo ist denn Lydia Petrowna?“ Wieder geriet er ganz unnötig in zuckende Bewegungen.
Maria Iwanowna sah ihn mit erstaunter Feindseligkeit an: ... was interessiert dich das, da du sie ja nicht heiraten willst, fragten diese Blicke.
„Wahrscheinlich bei sich auf dem Zimmer. Ich weiß es nicht,“ erwiderte sie kühl.
Woloschin warf Sarudin wieder einen ausdrucksvollen Blick zu: ... Wäre es denn nicht irgendwie möglich, diese Lydka schneller herauszuholen; dieses alte Stück Möbel ist doch wirklich nicht besonders interessant.
Sarudin öffnete den Mund und wedelte hilflos mit dem Schnurrbart.
„Ich habe soviel Schmeichelhaftes über Ihre Tochter gehört,“ sprach Woloschin, bog sich mit dem ganzen Körper nach vorn und rieb sich die Hände. „Ich hege die Hoffnung, daß ich die Ehre habe, ihr vorgestellt zu werden.“
Maria Iwanowna ließ ihren Blick über das unwillkürlich veränderte Gesicht Sarudins gleiten und begriff in diesem Augenblick, was eigentlich dieser Kerl, der mit einem Mal einem faulen Pilz ähnlich sah, von ihrer Tochter wollte. Der Gedanke durchschnitt so scharf ihr Herz, daß in ihr die furchtbare Ahnung von Lydas Fall aufstieg, die sie hilflosem Schrecken preisgab. Sie saß ratlos da, ihre Augen wurden menschlicher und weicher.
— — — Wenn man diese Bande nicht sofort aus dem Hause jagt, werden sie Lyda und Nowikow sicher noch viel Aerger machen, dachte Ssanin und richtete sich plötzlich auf. Ruhig sprach er plötzlich aus seiner Ecke, dabei nachdenklich auf den Boden starrend:
„Ich habe gehört, daß Sie abreisen wollen?“