Sarudin wunderte sich, daß ihm selbst dieser einfache und bequeme Gedanke noch nicht in den Kopf gekommen war. — — — Gewiß auf ein paar Monate Urlaub nehmen, das ist ja das Einfachste, — — — schwirrte es durch sein Hirn. Er beeilte sich zu antworten:
„Ganz recht, — — das wollte ich auch. Ich möchte mich ein wenig erholen ... Wissen Sie, ein bißchen auslüften, ewig auf einem Fleck, dabei kann man ja verschimmeln.“
Ssanin lachte hell auf. Dieses ganze Gespräch, in dem kein einziges Wort ausdrückte, was die Leute in Wirklichkeit dachten und fühlten, diese ganze Kette von Lügen, die doch niemanden betrog, die Einfachheit, mit der alle fortfuhren, zu heucheln, trotzdem sie ganz klar sahen, daß keiner von ihnen dem anderen glaubte, hatten ihn zum Lachen gebracht. Ein resolutes fröhliches Gefühl packte wie ein froher Windstoß sein Herz.
„Na, denn glücklichen Rutsch,“ er nahm den ersten Ausdruck, der ihm auf die Zunge kam.
Momentan veränderten sich die drei Menschen, als ob ein steifgestärkter Anzug von ihnen abgestreift würde.
Maria Iwanowna erblaßte und sank in sich zusammen, in Woloschins Augen blitzte ein feiges, tierisches Leuchten auf, und Sarudin erhob sich langsam und unsicher von seinem Stuhle.
Eine lebende Bewegung lief durch das Zimmer.
„Wie sagten Sie eben? ...“ fragte der Offizier mit gepreßter Stimme und in diesem Augenblick klangen seine Worte zum ersten Mal aufrichtig. Woloschin kicherte kleinlich auf, indem er schon mit schüchternen Aeuglein nach dem Hute suchte. Ohne Sarudin zu antworten, ergriff Ssanin Woloschins Hut und reichte ihn ihm mit fröhlichem Lächeln hin.
Woloschin öffnete seinen Mund; ein dünner winselnder Laut schob sich langsam hervor.
„Wie soll ich Sie verstehen,“ fragte Sarudin noch einmal; er hatte das Gefühl, den Boden vollständig unter den Füßen verloren zu haben. Dieser Skandal, zuckte es durch sein erstarrtes Hirn.