„Verstehen Sie es nur recht genau. Hier sind Sie nämlich vollständig überflüssig. Unser Genuß wird um so größer sein, je eher Sie sich herausscheren!“
Sarudin tat einen Schritt nach vorwärts. Sein Gesicht wurde blaß.
„Ah so,“ stieß er krampfhaft keuchend hervor.
„Also raus!“ sagte kurz und hart Ssanin.
In seiner stählernen Stimme lag eine so furchtbare Drohung, daß Sarudin zurückwich, stillschwieg, sinnlos und wild die Augen verdrehte.
„Aber das ist ja unerhört,“ murmelte Woloschin kleinlaut; doch gleichzeitig wandte er sich eilig, den Kopf in die Schultern eingezogen, zur Türe.
In diesem Augenblick trat Lyda ein.
Noch niemals — weder früher noch später — hatte sie sich so gedemütigt gefühlt. Als sie zuerst von dem Besuch Sarudins und Woloschins hörte und deutlich seinen Sinn verstand, war in ihr die Empfindung körperlicher Erniedrigung so stark, daß sie nervös aufschluchzte und mit dem wieder erwachten Gedanken an Selbstmord zum Fluß herunterlief.
... was ist das nur? ... wird es denn niemals ein Ende geben. Habe ich denn wirklich ein so großes Verbrechen begangen, daß es mir niemals verziehen, ... daß ein jeder stets das Recht haben wird ... schrie sie fast ... und rang die Hände.
Aber im Garten war es hell und voll Licht, grelle Blumen, Bienen und Vögel lebten dort so friedlich nebeneinander, so blau schimmerte der Himmel, so zart glänzte am Wasser das Schilf, und Mill umsprang sie so vergnügt, als er sie zum Flusse laufen sah, daß Lyda wieder zu sich kam. Instinktiv fiel ihr mit einem Mal ein, daß ihr die Männer immer gierig nachliefen; sie gedachte der Spannung, die ihr Körper stets unter den Blicken dieser Männer angenommen hatte, und vollbewußt erwachte das stolze Gefühl, im Recht zu sein.