„Eeeeeee,“ drang ein krampfartiger Laut aus seinem Munde. Er verlor Reitpeitsche und Mütze, fiel auf die Hände, wurde nichts mehr gewahr. Er hatte nur die eine brennende Vorstellung, daß nun alles unwiderbringlich zu Ende sei, und einen dumpfen, brennenden Schmerz im Auge.
In der stillen, menschenleeren Allee entstand ein irres Durcheinander. Karssawina schrie schrill auf, griff sich mit Entsetzen an ihre Schläfen und schloß die Augen. Mit dem gleichen Gefühl des Ekels stürzte sich Jurii, während er nur den auf allen Vieren hockenden Sarudin vor sich sah, zusammen mit Schawrow auf Ssanin zu.
Woloschin rannte eiligst die Allee herunter, gerade durch das nasse Gras, wobei er das Pincenez verlor und sich in die Büsche verwickelte; seine weißen Hosen wurden sofort bis an die Knie schwarz.
Tanarow sprang mit zusammengepreßten Zähnen und wütend aufgerissenen Pupillen auf Ssanin zu; aber Iwanow packte ihn kühl von hinten an den Schultern und warf ihn beiseite.
„Laß ihn doch, lasse,“ sagte Ssanin mit Ekel. Er stand mit breitgespreizten Beinen da, atmete hart; auf seine Stirn traten schwere Tropfen Schweiß.
Sarudin erhob sich taumelnd. Dabei stieß er armselige, unzusammenhängende Laute mit zitternden, geschwollenen Lippen aus. Es waren abgerissene Drohungen gegen Ssanin, die in ihrer Ohnmacht nur abstoßend wirkten.
Die ganze linke Seite seines Gesichts schwoll rasch an, das Auge schloß sich, aus Mund und Nase troff Blut, die Zähne klapperten, sein Körper zitterte wie im Fieber; er hatte nicht mehr die geringste Aehnlichkeit mit dem eleganten Menschen, der er noch eine Minute vorher gewesen war. Die furchtbare Kraft Ssanins hatte ihn mit einem Schlag alles Menschlichen beraubt und ihn zu etwas Elendem, Formlosem, Feigem gemacht. Weder der Wunsch zu fliehen, noch ein Versuch sich zu verteidigen, ließ sich an ihm wahrnehmen. Er spie Blut aus; mit zittrigen Händen klopfte er unbewußt den an den Knien kleben gebliebenen Sand ab, taumelte aber wieder und fiel um.
„Wie entsetzlich, wie entsetzlich,“ wiederholte Karssawina und wünschte so schnell als möglich von dem Platz fortzukommen.
„Gehen wir,“ sagte auch Ssanin zu Iwanow. Er blickte dabei nach oben, weil es ihm unangenehm und peinlich war, Sarudin anzusehen.
„Gehen wir, Ssoloveitschik!“