Aber Ssoloveitschik bewegte sich nicht vom Flecke. Mit weitaufgerissenen Augen starrte er den Offizier, das Blut und den schneeweißen Kittel an, auf dem sich einige Sandflecken eigentümlich abhoben. Er zitterte und klapperte sinnlos mit den Lippen.

Iwanow zog ihn zornig am Arm, aber Ssoloveitschik riß sich mit starker Anstrengung los, umfaßte mit beiden Händen einen Baum, als wenn man ihn fortschleppen wollte, weinte plötzlich auf und schrie: „Wozu haben Sie das ... Wozu?“

Jurii Swaroschitsch trat auf Ssanin zu:

„Was für eine Niedertracht,“ schrie er ihm gerade ins Gesicht.

Doch Ssanin beherrschte sich. Ohne hoch zu schauen, lächelte er angeekelt: „Ja, Niedertracht. Wäre es denn besser, wenn er mich geschlagen hätte.“ Er machte eine abweisende Geste und ging rasch durch die breite Allee fort. Iwanow sah Jurii verächtlich an und, sich eine Zigarette ansteckend, schlenderte er langsam hinter Ssanin her. Noch an seinem breiten Rücken und den geraden Haaren konnte man sehen, wie gleichgültig er sich gegen alles Vorgefallene verhielt.

„Wie dämlich und gemein doch der Mensch sein kann,“ meinte er.

Ssanin sah sich schweigend um, antwortete aber nichts.

... Wie die Tiere, sagte Jurii vor sich hin, als er aus dem Park ging.

Zwar lag der Park ebenso da, wie er ihn vielmals vorher gesehen hatte, nachdenklich dunkel und schön, jetzt aber schloß er sich durch das Vorgekommene von der ganzen Welt aus und wurde bange und abstoßend.

Schawrow atmete schwer und ratlos auf, sah sich über die Brillenränder schüchtern nach allen Seiten um, als wenn er glaubte, daß man jetzt aus jedem Winkel Ueberfälle und Gewalttätigkeiten gewärtigen müsse.