Sarudin hörte die Frage und erschrak bei dem Gedanken, daß auch noch der Arzt sein Gesicht anschauen solle.

„Ich brauche ... keinen!“ sagte er mit unnatürlich schwacher Stimme. Er bemühte sich immer noch, sich und die anderen glauben zu machen, daß es mit ihm zu Ende gehe.

Nachdem ihm jetzt Blut und Schmutz vom Gesicht gewaschen waren, sah er nicht mehr so schrecklich, sondern einfach nur abstoßend und bemitleidenswert aus. Tanarow warf ihm mit kleinlicher Neugierde einen verstohlenen Blick zu, wandte aber sofort die Augen wieder ab. Diese fast unmerkliche Bewegung wurde von Sarudin, wie fast alles, was ihn jetzt umgab, mit krankhafter Schärfe aufgefaßt; unter ihr erstickte er beinahe vor Verzweiflung. Er kniff das geschlossene Auge noch fester zu und rief mit scharfer, gebrochener Stimme:

„Laßt mich ... laßt mich allein!“

Tanarow schielte auf ihn und wurde plötzlich von verächtlichem Zorn fortgerissen.

... Schreien tut er auch noch. Ganz wie jeder andere Mensch ... dachte er wütend.

Sarudin wurde ganz still und lag unbeweglich, mit geschlossenen Augen da. Tanarow trommelte leise mit den Fingern auf dem Fensterbrett, zupfte sich an seinem Schnurrbart und schaute wieder auf die Straße hinab. Das erkältende Verlangen fortzugehen, ließ ihm keine Ruhe.

„Es paßt sich doch nicht! ... Lieber abwarten, bis er einschläft, dann geht es erst ...“ dachte er niedergeschlagen.

So verging gegen eine Viertelstunde, aber Sarudin bewegte sich von Zeit zu Zeit immer wieder. Tanarow wurde es allmählich unerträglich ekelhaft zumute. Endlich lag Sarudin ganz still.

... Scheint doch eingeschlafen zu sein! ... dachte Tanarow mit geheuchelter Teilnahme und blickte ihn verstohlen an. „Wirklich eingeschlafen!“