Der Bursche, der bereits erfahren hatte, wie die Affäre mit seinem Herrn vor sich gegangen war, bereitete noch immer, mit dem mitleidsvoll erschrockenen Weibergesicht den Samovar, holte Wein, und vertrieb den fröhlichen zärtlichen Setter aus dem Zimmer, der aufs äußerste erfreut war, daß sein Herr zu Hause blieb. Dann trat er wieder auf Zehenspitzen an den Divan heran:
„Hochwohlgeboren mögen doch etwas Wein trinken,“ sagte er kaum vernehmbar.
„Wie, was? ...“ Sarudin öffnete die Augen, schloß sie aber sofort wieder. Trotzdem aber fuhr er, wie es ihm selber schien, mit elender und in der Tat mitleiderregender Grimasse fort, wobei er die geschwollenen Lippen nur mit Mühe bewegen konnte: „Gib — — den Spiegel ... her.“
Der Bursche seufzte, brachte gehorsam den Spiegel und leuchtete mit der Kerze. Mißbilligend dachte er: — — — Was ist da viel reinzugucken ...
Sarudin blickte in den Spiegel und stöhnte unwillkürlich auf. Aus der dunklen Fläche schaute ihn, von der Seite rötlich beleuchtet, ein einäugiges blutunterlaufenes, bläulich schwarzes Gesicht an, dessen Schnurrbart zur Hälfte widersinnig in die Höhe stach.
„Hier, nimm,“ murmelte Sarudin; plötzlich schluchzte er hysterisch auf.
„Hochwohlgeboren ... wozu sich so ärgern. Es wird schon wieder gut werden,“ sagte der Bursche mitleidig, während er ihm in einem klebrigen Glas, das nach kaltem süßen Tee roch, Wasser reichte.
Sarudin trank nicht, sondern fuhr nur mit den Zähnen am Rande des Glases entlang und goß sich das Wasser über die Brust.
„Scher dich fort,“ schrie er wütend. Und doch empfand er in diesem Augenblick, daß der Bursche der einzige Mensch auf der Welt sei, der mit ihm Mitleid hätte. Aber das warme Gefühl für den Soldaten wurde sofort von der unerträglichen Vorstellung beiseite geschoben, daß jetzt sogar der Bursche das Recht hätte, ihn zu bedauern.
Der Soldat ging auf die Steintreppe hinaus. Er blinzelte mit den Augen und hatte das deutliche Verlangen, zu heulen; er setzte sich auf die Stufen nieder und streichelte seufzend den weichen Rücken des Hundes, der sich an seinen Hosen rieb.