Mechanisch fügte Rjäsanzew hinzu: „Und weiter nichts.“
„Und was sollte auch weiter sein? ...“ fragte Karssawina mit zitternden Lippen.
Iwanow erhob sich und murmelte, indem er die Streichhölzer vom Tisch nahm:
„Eine kapitale Dummheit! Das ist wahr.“
„Wie, schämen Sie sich nicht!“ brauste Karssawina empört auf.
Jurii sah angeekelt Iwanows lange gerade Haare an und wandte sich wieder ab.
„Ja, sehen Sie, hier haben Sie nun auch den Ssoloveitschik,“ sagte Rjäsanzew mit unbestimmbarer offener Handbewegung und wieder mit fröhlichem Augenzwinkern. „Ich dachte auch, als ich es hörte: Nun welch ein Stück Dreck ... So ... ein Judenbengel. Und da sehen Sie nun ... Mit einem Mal zeigt er sich, so — — — wie garnicht von dieser Welt ... Es gibt doch keine höhere Liebe, als wenn jemand sein Leben für seine Mitmenschen hingeben will.“
„Nun, der hat es doch garnicht für seine Mitmenschen geopfert. — — — Wozu macht er überhaupt soviel Wesen davon, ... dieser Kerl ... ist doch selbst nur ein Vieh ...“ dachte Iwanow und sah mit Haß und Verachtung auf das satte glatte Gesicht Rjäsanzews; aus irgend einem Grunde warf er plötzlich auch seiner weißen Weste, die seinen starken Leib faltenziehend umschloß, einen wütenden Blick zu.
„Das ist gleich ... Man fühlt den Drang dazu heraus.“
„Das ist bei weitem nicht gleich,“ erwiderte Iwanow beharrlich ... „Eine Schneckenseele und weiter nichts.“