„Und wenn ihr mich nicht noch mit allerlei Kleinlichkeiten belästigen wolltet, so wäre es noch besser.“ Der harmlose Ton, mit dem er dies hinredete, widersprach dem verletzenden Inhalt seiner Worte, sodaß die Mutter nicht wußte, ob sie böse sein oder lachen sollte.
„Wenn ich dich so ansehe, ... du bist auch als Kind immer anders gewesen, abnorm, aber jetzt, ...“
„Was jetzt? ...“ fragte Ssanin so heiter, als erwartete er etwas sehr Interessantes und Angenehmes zu hören.
„... und jetzt bist du schon ganz vollkommen!“ antwortete Maria Iwanowna und schwenkte den Löffel aus.
„Nun um so besser!“ lächelte er und fügte nach kurzem Schweigen hinzu: „Da kommt auch Nowikow!“
Vom Hause her kam ein hochgewachsener, hübscher und blonder Mann. Sein rotes Seidenhemd, das sich dicht an den gedunsenen, aber gut gebauten und kräftigen Körper legte, flammte unter den Sonnentupfen grell und mit rötlichen Spiegeln auf; seine blauen Augen schauten zärtlich und lässig gradeaus.
„Und Sie zanken sich noch immer?“ ließ er sich schon von weitem mit einer ebenso zärtlichen und lässigen Stimme vernehmen. „Worüber nur, um des Himmels willen?“
„Ja, siehst du, Mama findet, daß meinem Gesicht eine griechische Nase besser gestanden hätte; ich aber meine, wie sie auch ist, dem Himmel sei Dank!“
Ssanin schielte von der Seite auf seine Nase, lächelte und drückte Nowikows weiche, breite Hand.
„Nun, was noch gar!“ rief Maria Iwanowna verdrossen aus.