Karssawina lief in die Pforte hinein und blieb noch einmal stehen. Ihr Herz pochte ungestüm und ihr Gesicht brannte. Sie drückte ihre Hand fest auf die wogende linke Brust und lehnte sich für einen Moment an die Wand.
Dann öffnete sie die Augen, schaute verwundert umher, atmete leicht auf, raffte den schwarzen Rock und lief mit schnellen Füßchen nach dem Gasthaus. Noch aus der Ferne rief sie der alten dunklen Tante, die auf den Steinstufen saß und sie erwartete, zu:
„Da bin ich schon, Tantchen, da bin ich ja schon.“
XXXVI
Zuerst wurde die Ferne dunkel, dann der Fluß im Nebelgehänge; von den weitabgelegenen Wiesen erscholl das verhallende Wiehern der Pferde; mit einem Mal leuchteten auch die Hirtenfeuer auf.
Jurii saß noch immer auf dem Abhang und wartete auf Karssawina; mechanisch zählte er die Scheiterhaufen auf den Wiesen.
Eins, zwei, drei ... nein, noch einer, ganz hinten, kaum sichtbar am Horizont. Wie ein kleiner Stern. Und dort sitzen jetzt erwachsene Menschen, Bauern, die auf die Nachtweide hinauszogen, kochen auf dem Felde Kartoffeln, sprechen miteinander. Der Scheiterhaufen brennt lustig, lodert auf, zischt, und man hört, wie die Pferde schnauben. Vom Abhang aus sahen die Feuer wie einzelne Funken aus ... Nur noch eine geringe Bewegung und sie mußten ganz erlöschen.