... Ja, dachte er, als er durch die Dunkelheit schritt, war es denn unbedingt nötig, dieses reine Mädchen zu beschmutzen. Unser Zusammensein unbewußt ebenso abzuschließen, wie es jeder Normalmensch an meiner Stelle getan hätte. Gott, mein Gott ... Das wäre abscheulich gewesen. Es war gut, daß ich dessen nicht fähig war ... Und wie widerwärtig doch all das ist. Mit einem Mal, ohne ein Wort, wie ein Tier. Er empfand jetzt nur Ekel über das, was ihn noch kurz vorher mit solcher Kraft und solchem Glück erfüllt hatte.

Doch trotzdem bohrten und rissen unausgelöste Spannungen weiter in seinem fruchtlosen Gram und riefen schwere, dumpfe Scham in ihm hervor. Selbst seine Arme und Beine schlenkerten, wie es ihm vorkam, ungelenker als sonst; seine Mütze mußte wie eine Narrenkappe auf seinem Kopfe sitzen.

„Bin ich denn wirklich noch fähig, weiter zu leben,“ fragte er sich in plötzlicher Verzweiflung.

XXXVII

Im breiten Korridor des Klostergasthauses roch es nach Brot, Weihrauch und dem Samowar. Ein behender, gesunder Mönch sauste mit einem Samowar, der rund wie eine Wassermelone war, an Jurii vorbei.

„Väterchen,“ rief Jurii, aber unwillkürlich wurde er durch die Anredeform in Verwirrung gebracht; er erwartete, daß auch der Mönch ihn verwundert anstarren müsse.

„Was belieben? ...“ fragte dieser ruhig und höflich, wobei sein Gesicht kaum aus den Dampfwolken hervorguckte.