„Zu Ihnen muß heute eine Gesellschaft aus der Stadt gekommen sein.“

„Die ist auf Zimmer sieben,“ entgegnete der Mönch so rasch, als ob er gerade auf diese Frage gelauert hätte. „Bemühen Sie sich bitte hier hinaus auf das Balkonchen.“

Jurii öffnete die Tür zum Zimmer sieben. In dem großen Raum war es dunkel und wahrscheinlich auch durch Tabaksrauch ganz undurchsichtig geworden. Hinter der Tür zum Balkon dagegen sah es hell aus; Flaschen klangen, Menschen bewegten sich unter Schreien und Lachen.

„Das Leben ist eine unheilbare Krankheit,“ vernahm Jurii durch den Rauch Schawrows Stimme.

„Und du selber bist ein unheilbarer Dummkopf,“ schrie ihm Iwanow unter kräftigem Lachen zurück. „Sieh mal einer an, wie die Phrasen aus dir herausplatzen!“

Als Jurii zu ihnen hinaustrat, kamen ihm alle mit freudigen, trunkenen Ausrufen entgegen. Schawrow sprang von seinem Platz auf, riß dabei fast die Decke vom Tisch herunter, kroch hinter ihm vor und murmelte verliebt, während er Juriis Hand in der seinen drückte:

„Das ist aber schön, daß Sie gekommen sind. Besten Dank bei Gott. In der Tat ... Meiner Treu ...“

Jurii nahm zwischen Ssanin und Pjotr Iliitsch Platz und schaute sich um. Der Balkon war von zwei Lampen und einer Laterne hell beleuchtet; man hatte den Eindruck, daß hinter den Grenzen des Lichts eine undurchdringliche schwarze Mauer stand. Sobald sich Jurii jedoch von dem Licht abwandte, sah er noch ziemlich klar den grünlichen Streifen der Abendröte, die bucklige Silhouette des Berges, die Wipfel der nächsten Bäume und weit unten die schwach erglänzende, einschlafende Oberfläche des Flusses.

Falter und Käfer kamen aus dem Walde ans Feuer geflogen, wirbelten herum, schwenkten nieder, erhoben sich, und krochen vom Lichte angesengt, langsam über den Tisch.

Jurii schaute sie an und wurde traurig.