„Das ist ganz gleich,“ Schawrow schüttelte energisch den Kopf, als müsse er von vornherein jede Berufung auf eine höhere Instanz ablehnen. „Man braucht nur zu glauben ...“
„Spucke doch darauf,“ rief ihm Iwanow verächtlich zu. „Jeder Mensch glaubt, daß das, was er treibt, gerade das Wichtigste und Notwendigste ist. Daran glaubt sogar ein Damenschneider. Du wußtest es auch ... Hast es wahrscheinlich nur vergessen ... Die Pflicht deiner Freunde ist, dich daran zu erinnern, Bruder.“
Jurii schaute mit grundlosem Haß in Iwanows Gesicht, das von dem getrunkenen Wodka blaß geworden war; es sah verschwitzt aus und die großen, grauen Augen blickten glanzlos in das Licht.
„Und worin liegt dann Ihrer Meinung nach das Glück?“ fragte Jurii mit verzerrten Mienen.
„Auf keinen Fall sicher darin, das ganze liebe Leben lang zu jammern und auf jedem Schritt sich zu fragen: Halt, da nieste ich doch eben ... habe ich’s auch gut gemacht ... Wird daraus womöglich nicht für jemanden Schaden entstehen ... Habe ich durch dieses Niesen meine Berufung erfüllt? — — —“
Jurii sah in den kalten Augen klar die Abneigung gegen sich geschrieben und krümmte sich unter dem Gedanken, daß sich Iwanow über ihn lustig machen könnte.
— — — Nun, das werden wir doch sehen, sagte er sich ... „Das ist kein Programm,“ erklärte er und gab sich Mühe, in jedem Zug seine Entrüstung zu zeigen und die vollkommenste Verachtung auszudrücken.
„Sie brauchen unbedingt ein Programm? Nun, ich ... was ich will, was ich kann, das tue ich ... da haben Sie ein Programm.“
Schawrow war empört ... „Das ist ein nettes Programm, wie? ... Gar nicht zu sagen.“
Jurii schwieg und machte nur eine abwehrende Bewegung mit der Schulter.