Da mischte sich Ssanin mit verdrießlichen und gelangweilten Zügen in ihren Streit: „Aber so hören Sie doch endlich auf, meine Herren. Wird Ihnen denn das nicht mit der Zeit langweilig. Man kann doch keinen Menschen dafür hassen, daß er nach seiner Manier denkt.“

„Das ist kein Denken mehr, nein, das ist nichts als Schwindel,“ schrie Iwanow. „Da will einer zeigen, daß er tiefer und feiner denkt als wir alle ... und nicht ...“

„Mit welchem Recht behaupten Sie das? ... Warum soll ich das gerade wollen und nicht Sie?“

„Hören Sie,“ rief Ssanin laut und strenge. „Wenn Sie sich beide prügeln wollen, so gehen Sie hinaus und tuen Sie es, wo es Ihnen Spaß macht. Aber Sie haben kein Recht, uns andere zu zwingen, Ihre unsinnigen Zänkereien mit anzuhören.“

Iwanow und Jurii schwiegen. Sie waren beide rot und zerzaust; sie vermieden es, einander anzuschauen. Eine ziemlich lange Zeit herrschte peinliche Stille.

Dann begann Pjotr Iliitsch melancholisch zu singen:

„Vielleicht wird man auf einem stummen Hügel

Die ernste Bahre Rußlands einst errichten. —“

„Sei unbesorgt, die errichtet man schon, wenn’s nötig ist,“ warf Iwanow hin.

„Sei dem, wie’s sei,“ sagte Pjotr Iliitsch unterwürfig, setzte aber sein Glas nieder und schenkte Jurii Wodka ein: „Hören Sie auf zu denken, trinken Sie lieber.“