„Bravo,“ brüllte Iwanow so entzückt, daß sich irgend ein Nachtvogel erschreckt zum Walde hinstürzte und dort in den Zweigen niederbrach.
„Aber auch nur in der Seele,“ Jurii war bestrebt, seine Ironie zu bewahren. Ihn plagte die krankhafte Einbildung, daß sich alle gegen ihn verschworen hätten und ihn erniedrigen und demütigen wollten.
Pjotr Iliitsch sah ihn erst von oben herab, dann von der Seite her eindringlich an.
„Ganz ... wie es sich gebührt ... Wenn auch nur in der Seele ... Schadet nichts ... ist auch was wert. Der eine ist alt und betrunken und arm, wie ich ... der ist ein General in der Seele, der andere ist jung und kräftig ... nun, der ist ein General auch im Leben ... Jedem das Seine ... Und solche Menschen, welche weinen, welche feig sind, ah, da hüte ich mich schönstens, die noch Menschen zu nennen.“
Jurii erwiderte etwas, aber in dem Lachen und Lärmen der anderen gingen seine Worte ungehört unter. Und gerade diese Entgegnung hatte er für ganz vernichtend gehalten. Er wiederholte sie noch lauter, doch man hörte ihn wieder nicht. Die neue Kränkung floß wie Gift durch seinen ganzen Körper. Es schien ihm, daß ihn alle verachteten.
„Uebrigens, ich bin ja einfach besoffen,“ dachte er unerwartet. In diesem Augenblick begriff er auch, daß er tatsächlich betrunken war und nichts mehr zu sich nehmen dürfe.
Sein Kopf schwamm hin und her ... Die Flammen der Lampe und der Laterne standen dicht vor seinen Augen und sein Gesichtskreis verengte sich ganz eigentümlich. Alles, was ihm vor die Augen kam, war klar und hell, aber rings umher breitete sich die Finsternis. Auch die Stimmen erklangen ganz ungewöhnlich. Trotzdem man betäubend laut sprach, ließ sich kein einziges Wort unterscheiden.
„Du sagst ein Traum?“ fragte wichtig Pjotr Iliitsch.
„In der Tat, ein interessanter Traum,“ antwortete Iwanow.
„Ja, da liegt was drin, in den Träumen ...“ betonte mit Nachdruck der Sänger.