Lag es an den Worten des Sängers oder an den lauten Stimmen, die durch die vom Wodka bedrückten Gehirne krochen oder an der plötzlich aufgeflammten Nähe des Geheimnisses von Leben und Tod; irgend etwas hallte in der Seele eines jeden von ihnen traurig wieder.

— — — Vielleicht existiert es wirklich ...

Ssanin erhob sich; sein wie immer ruhiges Gesicht sah gelangweilt aus. Er gähnte und schob die Hand abwehrend durch die Luft:

„Das sind alles Aengste! Wenn ihr euch nur noch etwas zur Nacht graulich machen könnt. Sterben wir, dann merken wir’s.“

Er zündete langsam eine Zigarette an und schritt zur Tür hinaus. Auf dem Balkon wurde weiter gebrüllt und gestritten, und in dem Lärm der lauten betrunkenen Stimmen flatterten auf dem Tisch noch immer lautlose Falter, die auf das Feuer zugeflogen waren, halb versengt herum.

Ssanin trat in den Hof des Gasthauses hinaus; die laue Nacht strich erfrischend über seinen erhitzten Körper.

Wie ein Goldei lugte der Mond hinter der Waldecke hervor und sein halb märchenhaftes Licht glitt flüssig über die schwarze Erde. Hinter dem Garten, aus dem ein zäher und süßer Geruch von Birnen und Pflaumen drang, schimmerte trüb das weiße Gebäude des zweiten Gasthauses hervor. Ein Fenster blickte Ssanin von dort durch die grünen Blätter hell an.

In der Finsternis schallte das Klatschen barfüßiger Schritte, dem Auftreten von Tierpfoten ähnlich. Ssanin konnte mit seinen Augen, die nicht an die Finsternis gewöhnt waren, kaum die Silhouette eines Knaben erkennen.

„Wohin willst du?“ fragte er.

„Zu Fräulein Karssawina, — — — die Lehrerin.“