„Tut nichts,“ sagte leise, dicht an ihrem Ohr Ssanin; in seiner Stimme zitterte etwas. „Ich liebe den Wald des Nachts noch mehr. Im nächtlichen Wald verlieren die Menschen ihre gewohnten Gesichter, sie werden viel rätselhafter, kühner, interessanter.“
Die Erde glitt unter ihren Füßen ab und sie mußten sich mit Mühe aufeinander stützen, um nicht zu fallen.
Durch das Dunkel, durch das Anschmiegen des elastischen und festen Körpers, durch die Nähe des starken Mannes, der ihr immer gefallen hatte, bemächtigte sich des Mädchens eine unbekannte Aufregung. Sie wurde rot und ihr Arm schien auf dem Ssanins zu brennen. Oft lachte sie auf; es klang hoch und kurz.
Unter ihnen wurde es allmählich lichter und über dem Fluß leuchtete schon hell und ruhig der Mond. Die Kühle des Wassers schlug ihnen ins Gesicht und der schwere Wald atmete so düster und geheimnisvoll zurück, als trete er sie dem Flusse ab.
„Und wo ist Ihr Boot? ...“
„Hier!“
Das Boot hob sich wie gezeichnet von der glatten hellen Fläche ab.
Während Ssanin die Ruder anlegte, ging Karssawina ein wenig mit den Händen die Balance haltend, zum Steuer und setzte sich dort nieder. Mit einem Mal wurde sie phantastisch von dem blauen Mond und der schwankenden Wiederspiegelung des Wassers beleuchtet.
Ssanin stieß das Boot ab und sprang hinein. Mit leisem Knirschen glitt es über den Sand, klang im Wasser und kam schnell ins Mondlicht, während es hinter sich breite Wellen, die sich leicht entfernten, zurückließ.
„Lassen Sie, ich werde rudern ...“ Karssawina war voll von einer mächtigen gebieterischen Kraft, die sie zum Ausdruck bringen wollte. „Ich liebe es, selbst zu rudern.“