„Ah! Wladimir Petrowitsch ... reden Sie ein paar Worte ... so geht es doch nicht!“

„Reden Sie selbst, wenn Sie Lust haben,“ gab Ssanin verärgert zur Antwort, während er noch immer der verstummten Stimme Karssawinas nachlauschte. Er fühlte diese hohe, selbst im Weinen schöne Stimme noch immer in der Luft schweben.

„Wenn ich reden könnte, würde ich es gewiß tun ... Er war doch im Grunde genommen ein ganz bedeutender Mensch! — — — Nun, ich bitte Sie ... nur einige Worte!“

Ssanin sah ihm gerade ins Gesicht und rief ärgerlich: „Was ist hier viel zu reden? Die Welt ist um einen Dummkopf ärmer geworden, das ist alles!“

Seine scharfen lauten Worte schlugen mit überraschender Kraft und Deutlichkeit durch. Im ersten Augenblick standen alle wie erstarrt, doch ehe noch der größte Teil von ihnen zu einem Entschluß gekommen waren, ob man die Worte gehört haben sollte oder nicht, rief Dubowa mit zerrissener Stimme: „Das war niederträchtig gemein!“

„Warum?“ Ssanin drehte den Kopf und zuckte die Achseln.

Dubowa wollte noch etwas erwidern, doch einige Mädchen umringten sie. Alles kam in Bewegung. Unsichere, aber empörte Stimmen ertönten, rote aufgeregte Gesichter tauchten auf, und als ob ein Windzug in einen Haufen dürrer Blätter geschlagen hätte, so stieb die ganze Gesellschaft am Grabe auseinander. Schawrow war ebenfalls weggelaufen, kam aber wieder zurück. In einem getrennten Haufen gestikulierte Rjäsanzew in voller Empörung.

Ssanin bemerkte oberflächlich ein entrüstetes Gesicht mit Brille, das auf unbekannte Weise dicht unter seine Nase geraten war, sich aber völlig schweigsam verhielt, und wandte sich Iwanow zu.

Iwanow war verwirrt. Als er Schawrow gegen Ssanin aufhetzte, ahnte er, daß es zu einem Zwischenfall kommen würde, doch diese Erregung hatte er nicht vorausgesehen. Einerseits entzückte ihn das Ganze durch seine Schärfe, doch aber hatte er das unsichere Gefühl, sich in einer unbequemen Situation zu befinden.

Er wußte nicht, wie er sich jetzt äußern sollte und blickte daher unbestimmt über die Kreuze hinweg auf das weite Feld.