„Nicht zu leugnen, eine nette Aussicht!“ erwiderte ihm düster und zur Seite schauend Nowikow.
„Und weshalb das? ...“ fragte Ssanin voll Erstaunen; er ließ sogar die Zigarette sinken.
„Was ist denn eine Schauspielerin? ... Auch nichts anderes als eine Dirne.“ Nowikow geriet plötzlich in Erregung. Doch jedes Wort, das er sprach, quälte und erregte ihn selbst am meisten. Er litt unter dem Gedanken, daß die Frau, die er liebte, ihren Körper den Blicken anderer Männer preisgeben sollte. Und dazu in herausfordernden Kostümen, die diesen Körper bloßstellten und ihn noch verlockender machten.
„Das ist wohl etwas zuviel gesagt,“ meinte Sarudin die Augenbrauen hebend.
Nowikow sah ihn voll Haß an. In seiner Vorstellung gehörte grade Sarudin zu jenen Männern, die das Mädchen, das er liebte, mit begehrlichen Blicken betrachteten, und es war ihm schmerzlich, daß jener schön war.
„Nicht im mindesten zuviel. Halb nackt auf die Bühne zu treten. Sich hin und her zu recken. Unter den Augen von Leuten wollüstige Szenen darzustellen, von Leuten, die später so fortgehen, wie man von einer Dirne geht, nachdem man ihr das Geld hingeworfen hat. Nicht zu leugnen, sehr hübsch.“
„Mein Freund,“ bemerkte Wladimir Petrowitsch lächelnd, „einer jeden Frau ist es vor allem angenehm, wenn man ihren Körper bewundert.“ — —
Nowikow zuckte verdrießlich die Achseln.
„Weißt du, du sprichst sehr abgeschmackte Dinge.“
„Weiß der Teufel, ob es abgeschmackt ist oder nicht. Wahr ist es!“