Mit all der Qual, die solche Liebe gibt,

Ich liebte dich so wahrhaft und so herzlich,

Gott gäb’, daß dich ein andrer je so liebt.

Die Töne hallten vom Piano wie klingende, kristallene Aufschläge in den Garten hinein. Der Mondenschein wurde immer leuchtender, die Schatten immer tiefer. Unten im Grase ging Ssanin leise vorüber, setzte sich unter die Linde, und saß unbeweglich da, bezaubert von der Stille, welche die Laute des Klaviers und der leidenschaftliche Gesang nicht verwischen konnten, sondern im Gegenteil noch erhöhten.

Plötzlich fuhr Nowikow in die Höhe, als wäre es ihm mit einemmal entschieden ins Bewußtsein gekommen, daß er unmöglich noch einen Augenblick verlieren dürfe: „Lyda Petrowna!“

„Was?“ fragte Lyda mechanisch und schaute auf den Garten und den Mond und über die schaukelnden Zweige, welche sich von seiner runden und hellen Scheibe abhoben.

„Ich warte schon so lange! ... Ich möchte jetzt sprechen!“ fuhr Nowikow mit abgerissener Stimme fort.

Ssanin wendete den Kopf und horchte auf.

„Worüber? ...“ fragte Lyda zerstreut.

Sarudin beendete grade seine Romanze, schwieg eine Weile, und setzte dann von neuem ein; er glaubte, eine selten schöne Stimme zu haben, und liebte es, vorzutragen.