„Nun gut, mein Ritter von der traurigen Gestalt, ... niemals ist niemals! Aber wir wollen gehen! Paß auf, gleich werde ich dir einen netten, jungen Mann vorstellen. Gehen wir!“ Ljalja zog den Bruder lachend an der Hand hinter sich her.

„So warte doch. Was für ein junger Mann ist denn das!“

„Mein Bräutigam!“ rief ihm Ljalja glücklich und jubelnd grade ins Gesicht und drehte sich voll Freude und Entzücken im Zimmer herum, so daß sich ihr Kleid von allen Seiten aufblähte.

Jurii wußte schon aus früheren Briefen des Vaters und Ljaljas selbst, daß ein junger Arzt, der sich vor kurzem in der Stadt niedergelassen hatte, ihr eifrig den Hof machte; — — er wußte jedoch noch nicht, daß sie mit ihm schon verlobt war.

„So? ...“ meinte er unwillkürlich gedehnt und mit tiefer Verwunderung. Es erschien ihm ganz sonderbar, daß diese reine und frische Ljalja, die er immer noch für einen Backfisch hielt, bereits einen Bräutigam haben sollte und bald Frau und Gattin sein würde. In ihm stieg ein zärtliches Empfinden für die Schwester auf, das sich aber fast gleichzeitig in stilles Mitleid verwandelte.

Jurii legte ihr den Arm um die Taille und sie schritten zusammen in das Eßzimmer, in dem bereits die Lampe brannte, und ein großer, sehr blankgeputzter Samowar an der Schmalseite des breiten Tisches stand. Am Tische saß auch Nikolai Jegorowitsch und unterhielt sich mit einem starkgebauten, doch noch jungen Menschen, an dem Jurii sofort auffiel, daß er nicht den großrussischen Typus zeigte.

Unbefangen, mit ruhiger Liebenswürdigkeit erhob sich dieser und trat Jurii entgegen.

„Nun, machen wir Bekanntschaft miteinander! — — Anatoli Pawlowitsch Rjäsanzew.“

„Von einer komischen Feierlichkeit seid ihr,“ rief Ljalja und machte gleichzeitig mit der offenen Handfläche eine erhabene Bewegung, als wollte sie die Vorstellung unterstützen.

„Ich bitte Sie, mich zu lieben und zu achten,“ fügte Rjäsanzew ebenso scherzhaft hinzu.