„Ich habe gar keine Lust, zu schlafen. Ich möchte Sie ein Stückchen begleiten.“

„So begleiten Sie mich,“ willigte Semionow mit deutlicher Gleichgültigkeit ein.

Sie gingen langsam, schweigend weiter; Semionow hustete noch immer und beugte sich jedesmal nach vornüber.

„Ist es Ihnen denn nicht zu kühl,“ fragte Jurii oberflächlich, weil ihn dieser traurige Husten zu belästigen anfing.

„Ich friere immer,“ erwiderte Semionow verdrießlich.

Jurii wurde es peinlich zumut, als hätte er versehentlich eine kranke Stelle berührt. Wie, um diese Empfindung zu überwinden, erkundigte er sich wieder teilnahmsvoll: „Sind Sie schon lange von der Universität herunter? ...“

Semionow gab nicht sogleich eine Antwort. „Lange,“ sagte er endlich.

Jurii begann, ihm von den Stimmungen in der Studentenschaft zu erzählen, von alledem, was er für das Wichtigste und Aktuellste hielt. Zuerst sprach er ziemlich gleichmütig, dann aber ereiferte er sich, erzählte lebhaft und voll Feuer.

Semionow hörte zu und schwieg. Allmählich kam Jurii dann auf die Gründe zu sprechen, welche zur Abschwächung der revolutionären Propaganda in den Massen führten, und man konnte merken, daß ihm jedes Wort, das er hierüber sagte, aufrichtig leid tat.

„Haben Sie die letzte Rede Bebels gelesen,“ fragte er hitzig.